Neue Erfahrungen

Ich wurde zum Wehrdienst eingezogen, war als Pressesoldat im Kosovo und habe als Quereinsteiger an der Universität Potsdam studiert.

Diese beiden Stationen haben mich geprägt. Während meiner Grundwehrdienstzeit habe ich verschiedene Angebote zur Weiterbildung genutzt, mich für eine Dienstzeitverlängerung entschieden und mich später während des Studiums für einen sechsmonatigen Einsatz im Kosovo verpflichtet. Dem Einsatz der Bundeswehr auf dem Balkan stand ich anfangs kritisch gegenüber. Ich habe dann jedoch gesehen, dass Mord, Vertreibung und Verbrechen im ehemaligen Jugoslawien nicht von selbst aufhören, sondern nur durch ein Eingreifen zu beenden waren.

Die Eindrücke von Zerstörung und Kriegsfolgen, die ich dort erlebte, prägen mich bis heute. Ebenso wie die mit Händen zu greifende Hoffnung und der neu gewonnene Lebensmut der Menschen nach den schweren Erlebnissen. Diese Erfahrung des Helfen hat mich verändert, so dass ich auch beim Elbe-Hochwasser 2002 zwei Wochen in Dresden – der Geburtsstadt meiner Eltern – half, die Folgen der Flut zu bewältigen.

Der Wunsch wuchs, mich weiterzubilden. Mein Traum: Ein Studium. Ohne Abitur? An der Universität Potsdam gab es die Möglichkeit, mit meinen beruflichen Qualifikationen eine Eignungsprüfung abzulegen. Ich bestand und studierte erfolgreich Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Erst später wurde mir klar, dass dieser Weg eine Errungenschaft sozialdemokratischer Bildungspolitik ist.

In dieser Zeit begann auch mein politisches Engagement. Mir war klar: Sein Schicksal in eigene Hände zu nehmen und allen, denen es nicht von Anfang an gut geht, dabei zu helfen, einen klaren Weg ins Leben zu finden und dafür die Rahmenbedingungen zu gestalten, das ist meine Aufgabe.