Verwurzelt in Brandenburg

Geboren wurde ich am 3. Februar 1973 in Schwedt. Mein Vater, in den 60er Jahren erfolgreicher Wassersportler mit Weltmeistertiteln im Wildwasser-Kanu, war dort für den Aufbau eines Trainingszentrums für junge Ruderer verantwortlich. 1975 wechselte er nach Potsdam. Die Familie folgte ihm von der Oder an die Havel. Da war ich zwei Jahre alt. Unser neues Leben in Potsdam begann mit einem schweren Schicksalsschlag: Meine Mutter wurde schwer krank und verstarb kurz darauf. Mein Vater musste sich nun allein um mich kümmern. Später heiratete er erneut.

Mit der neuen Familie wuchs ich in Zentrum Ost auf. Meine zweite Mutter hatte bereits zwei Kinder, die nur wenig älter waren und für mich schnell zu Geschwistern wurden. In Zentrum Ost ging ich in den Kindergarten und besuchte von 1979 bis 1989 die POS 38, die heutige Gesamtschule Peter-Joseph-Lenné.

Sport war immer wichtig für mich: Fußball bei Empor Potsdam, Boxen bei Motor Babelsberg, Seesport bei der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) im Babelsberger Park. Wir waren oft draußen unterwegs – am Wasser, im Garten, im Wald.

An meiner Schule suchte die DEFA häufiger Kinder für ihre Filme. So kam ich zum Fernsehen und spielte als Zweitklässler in der beliebten Serie „Spuk im Hochhaus“ mit. Das war für mich ein großes Abenteuer. Nicht zuletzt, weil ich selbst in einem Hochhaus aufgewachsen bin. Wenn ich heute meinen Filmbruder treffe, erinnern wir uns mit einem Lächeln an diese Zeit.

Auch meine Frau und unsere Kinder gucken die alten Filme gern. Das ist für uns alle ein großer Spaß. Nicht zuletzt, weil mein Sohn jetzt genauso alt ist wie ich damals. Hinzu kommt, dass er mir sehr ähnlich sieht. „Papa“, ruft er dann, „Papa, guck mal, da bin ja ich!“